Aktionstage „Bewusst Leben Lernen“

Wie können wir ein gutes Leben führen, das zeitgleich Antworten auf unsere modernen Bedürfnisse und aktuelle Herausforderungen hin zu enkeltauglicher Nachhaltigkeit gibt? Nüchtern betrachtet, ist dies in unseren hiesigen gesellschaftlichen Strukturen von schneller – höher – weiter kaum möglich.  Trotzdem drängt sich die Frage weltweit durch Finanzkrisen, Klimaerwärmung, Ressourcenknappheit und schwerwiegenden Umweltschäden und deren Folgen immer dringlicher auf. Auch im privaten Alltag führen Stress, der Stau auf dem Weg zur Arbeit oder auch nur der Berg Verpackungsmüll des Wochenendeinkaufs zu der sinnstiftenden Frage: Geht das nicht auch anders?

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen, die sich auf unser eigenes Leben auswirken, nur gemeinsam lösen lassen. Nur viele von Bürger/innen gefundene lokal angepasste Antworten werden zusammen die Zukunft gut gestalten können. Deshalb ist jede und jeder wichtig.

Aktionstage „Bewusst Leben Lernen“ am Bahnhof Neustadt vom 13. bis 16. September

Um den Menschen die Chance zu geben, sich einmal mehr die wichtige Frage zu stellen, sollen die Aktionstage „Bewusstes Leben Lernen“ in Kooperation mit dem Einkaufsbahnhof und der Deutschen Bahn ihnen in ihrem täglichen Weg begegnen können. Der Bahnhof Neustadt ist eine Transitstation mit Aufenthaltsqualität durch die angesiedelten Läden, den Wartebereichen und dem Anschluss an ÖPNVs aller Himmelsrichtungen. Menschen verbringen hier (auch zwangsläufig) eine gewisse Zeit.

Herzstück der Aktionstage bildet die frisch aufgelegte Wanderausstellung „Bildung für nachhaltige Entwicklung in Sachsen“. Sie stellt 19 Initiativen und Bildungsakteur/innen der Region vor, die sich für gelebte nachhaltige Praxis für eine sozialökologisch verträgliche Welt von Morgen in Sachsen einsetzen. Das Engagement dieser Akteur/innen lädt die Besucher/innen der Ausstellung ein mitzumachen, die Ideen weiter zu transportieren sowie die bestehenden Angebote zu nutzen. Gleichsam werden positive Zukunftsvisionen kreiert, die aufzeigen, dass wir alle, sei es als Konsument/innen oder gesellschaftliche Akteur/innen die Zukunft, im Sinne eines Guten Lebens für Alle, aktiv mitgestalten können.

Programmflyer_100918

Doch die Aktionstage gehen über die frontale Wissensvermittlung hinaus und sollen die Botschaft der Ausstellung erlebbar machen: Wissen zum Handeln werden lassen. Das komplexe Thema Nachhaltigkeit wird durch interaktive Mitmach-Formate der Bildungsinitiativen selbst und den ansässigen Shops zum Thema Nachhaltig Leben anschaulich und unterhaltsam ergänzt. Höhepunkt bildet zum Auftakt der Europäischen Mobilitätswoche am 16. September die öffentliche Vortragsreihe am Nachmittag zu grüner und nachhaltiger Mobilität im Konferenzraum des Bahnhofs.

Vortrag im Rahmen des Auftaktes der Mobilitätswoche (16. Sept. 2018 16 Uhr):

Nachhaltige Zukunft im Verkehr? Ein Blick auf die aktuelle  Verkehrsinfrastrukturplanung des Bundes

Der so genannte „Dieselgate“-Skandal brachte die negativen Auswirkungen unseres derzeitigen Verkehrssystems einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und gab Forderungen nach einer „Verkehrswende“ hin zu einem nachhaltigen Verkehrssystem Auftrieb. Angesichts in den letzten Jahren nahezu stagnierender Emissionen des Verkehrssektors ist diese dringend notwendig, um die Klimaziele 2050 erreichen zu können.

Die Verkehrsinfrastruktur stellt wiederum einen Teil des Verkehrssystems dar und gibt vor, welche Wege Menschen mit welchen Verkehrsmitteln zurücklegen können. Damit beeinflusst sie, wie viel Verkehr in welcher Form realisiert wird. Im Hinblick auf die „Verkehrswende“ ist stellt sich die Frage, wie die Verkehrsinfrastruktur gestaltet werden müsste, um Nachhaltigkeitsansprüchen zu genügen, und wie die Planung auf dieses Ziel ausgerichtet werden kann.

Der Vortrag diskutiert diese Frage anhand des Bundesverkehrswegeplans, welcher dem Bund zur Planung von Investitionen in Autobahnen, Bundesstraßen, Schienenwege und Wasserstraßen dient. Dazu werden Dynamiken im Verkehr und insb. die Zusammenhänge zwischen Infrastruktur und Nachhaltigkeit beleuchtet und Kritik am derzeitigen Planungssystem

Richard Hartl ist Student des Wirtschaftsingenieurswesen an der TU Dresden und arbeitet derzeit an seiner Diplomarbeit zum Thema „Nachhaltigkeitsbewertung in der Bundesverkehrswegeplanung

Fotoimpressionen der Aktionstage „Bewusst Leben Lernen“